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13.04.2017, 15:45 Uhr
Bei Versorgung mit rezeptpflichtigen Medikamenten müssen Apotheken auf dem Land Zukunft haben
Erwin Rüddel zum Informationsaustausch beim pharmazeutischen Großhandel
Wahlkreis. - Im Zusammenhang mit der Diskussion um ein Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Medikamente war der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel zu einem Informationsaustausch beim pharmazeutischen Großhandel C. Krieger & Co. Hier wird zusammen mit Apotheken vor Ort, wie im Landkreis Altenkirchen und im Kreis Neuwied, eine schnelle und sichere Versorgung der Patienten mit Medikamenten organisiert. „Diese Versorgungsstrukturen müssen flächendeckend auch in Zukunft für die Patienten verfügbar sein“, fordert der Gesundheitspolitiker.
Dabei stellt Erwin Rüddel klar, dass das aktuell diskutierte Versandhandelsverbot ausschließlich verschreibungspflichtige Arzneimittel beträfe. Bei allen anderen Produkten könne der Patient weiterhin den von ihm bevorzugten Einkaufsweg nutzen. „Wir wollen verhindern, dass es zu strukturellen Veränderungen kommt, die noch mehr Apotheken auf dem Land verschwinden lassen“, erläutert der Gesundheitspolitiker, der sich Sorgen macht um die Notfallversorgung sowie die Versorgung in der Nacht oder an Wochenenden. „Denn dann steht der Versandhandel nicht zur Verfügung“, so Rüddel.

Bisher habe jedes verschreibungspflichtige Arzneimittel überall in Deutschland den gleichen Preis. Mit diesem System der festen Preise solle insbesondere eine schnelle und wohnortnahe Versorgung gewährleistet werden. Aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs gelte diese Regel nun nicht mehr für die Versandapotheken aus dem europäischen Ausland, sondern nur noch für inländische Apotheken.

„Diese mit dem EuGH-Urteil einhergehende Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen muss verhindert werden, damit es nicht zu einer Inländerdiskriminierung kommt“, warnt der heimische Abgeordnete. Würde man dazu die festen Preise bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, die zirka 83 Prozent des Umsatzes der Apotheken ausmachen, vollständig aufgeben, könne dies zu einem ruinösen Preiswettbewerb führen.

Dadurch würden insbesondere kleinere Apotheken auf dem Land unter erheblichen wirtschaftlichen Druck gesetzt und in ihrer Existenz gefährdet. „Leider ist die SPD aktuell nicht bereit, gemeinsam mit uns nach einer konstruktiven Lösung zu suchen. Wir sind auf die Apotheken vor Ort angewiesen. Nur sie können eine Versorgung akuter Fälle, beispielsweise Antibiotikum für ein Kind bei bakterieller Mandelentzündung, insbesondere an Wochenenden oder in der Nacht, gewährleisten. Der Versandhandel kann dies nicht“, konstatiert der CDU-Gesundheitspolitiker.

Gleichzeitig stelle der Versandhandel natürlich eine Möglichkeit dar, die Versorgung von Versicherten zu gewährleisten, die aus Gründen ihres Wohnortes, ihrer Mobilität oder anderer Umstände nicht den Weg in eine der etwa 20.000 Apotheken vor Ort finden. Perspektivisch müsse davon ausgegangen werden, dass eher mehr als weniger Patienten die Vorteile des Online-Handels für sich nutzen wollten.

„Diese Gesichtspunkte werden wir ebenso berücksichtigen, um zu einer Lösung zu finden, die möglichst allen Bedürfnissen gerecht wird. Dabei müssen die Apotheken vor Ort zuvor die gleichen Chancen der Preisgestaltung haben wie der Versandhandel“, bekräftigt Erwin Rüddel.


Im Bild: Die Diskussion um ein Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Medikamente stand im Fokus eines Gesprächs des Gesundheitspolitikers Erwin Rüddel MdB mit dem Geschäftsführer des pharmazeutischen Großhandels, Dr. Udo Zimmermann

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