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20.04.2017, 17:10 Uhr
Apotheken fordern Verbot für Versandhandel verschreibungspflichtiger Medikamente
Erwin Rüddel: „Apotheken vor Ort versorgen die Patienten rund um die Uhr!“
Berlin / Wahlkreis. - „Die Forderung der Apotheken nach einem Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Medikamente halte ich für gerechtfertigt und unterstütze diese. Denn ohne ein solches Versandhandelsverbot sehe ich nicht nur für den ländlichen Raum die Apotheken in ihrer Existenz bedroht, sondern auch Nachteile bei der ‚rund-um-die-Uhr-Versorgung‘ der Patienten“, betonte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete und Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel in Betzdorf bei einem Treffen mit Apothekern.
Die waren vertreten durch Bernhard Pohlmann, Apotheker in Hamm und stellvertretender Vorsitzender des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz, Dietrich Alberts, Senior-Apotheker in Betzdorf, Dieter Althof, den Filialleiter der gastgebenden Fleming-Apotheke und dessen Mitarbeiterin, der PTA Martina Stangier. Anlass für das Zusammentreffen, an dem auch CDU-Landtagsabgeordneter Michael Wäschenbach teilnahm, war eine im September letzten Jahres gefallene Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. Die besagt, dass sich Versandapotheken nicht an das für deutsche Apotheken geltende Preisrecht halten müssen.

Demnach können Versandapotheken, die nicht einer starren Preisbindung unterliegen, beispielweise per Boni und Gutschriften, aktiv in den Wettbewerb eingreifen. Deutsche Apotheken dürfen und können das nicht. „Per Gesetz haben wir Apotheker keinen Einfluss darauf, welcher Preis abgerechnet wird, wie hoch der vom Patienten zu leistende Eigenanteil ist und was bei uns in der Kasse verbleibt“, kritisierten die ein Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel fordernden Apotheker.

Mit dieser Forderung stießen die Apotheker auf Verständnis und Unterstützung des heimischen Bundestagsabgeordneten und dessen Parteikollegen aus dem Landtag. Es könne nicht sein, dass Versandapotheken von einer per EU verordneten Freizügigkeit profitieren, während dadurch deutsche Apotheken Nachteile hätten. Beispiel: Versandapotheken profitieren von ihren Vertriebsstrukturen, durch Einsparung von personalintensiver Beratung, dem Verzicht kostenintensiver Nacht- und Wochenendschichten. So können Versandapotheken nicht nur niedrigere Preise ansetzen, sondern auch in einem viel umfänglicheren Stil Handel betreiben, als die deutschen Apotheker.

Erwin Rüddel sagte, dass er hier für eine ausgleichende Gerechtigkeit eintritt: „Ich fordere, genau wie Bundesgesundheitsminister Gröhe, ein Versandverbot für verschreibungspflichtige Medikamente!“ Bei allen anderen Produkten solle der Patient weiterhin den von ihm bevorzugten Einkaufsweg nutzen können. „Aber wir wollen auch verhindern, dass es zu strukturellen Veränderungen kommt, die noch mehr Apotheken auf dem Land verschwinden lassen. Dabei mache ich mir insbesondere auch Gedanken um die Notfallversorgung sowie die Versorgung in der Nacht und an Wochenenden. Denn dann steht der Versandhandel nicht zur Verfügung“, äußerte Rüddel, der dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages angehört.

Ein Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Medikamente sei existentiell für eine sichere und flächendeckende Versorgung – auch und gerade in Notfällen und am Wochenende. Ohne gleiche Rahmenbedingungen für Ein- und Verkauf, wie der ausländische Versandhandel sie habe, sei die Existenz der Apotheken auf dem Land extrem gefährdet. Rüddel sieht da einmal mehr den Koalitionspartner auf Bundesebene, die SPD, in der Pflicht. Die SPD sei aktuell leider nicht dazu bereit, gemeinsam mit der Union nach einer konstruktiven Lösung zu suchen. Es sei ebenso dringend wie an der Zeit für ein Umdenken der Sozialdemokraten.

Da sieht Rüddel auch die SPD-Landtagsabgeordnete und Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler gefordert. „Sie sollte in den eigenen Reihen ihre Stimme erheben und dafür eintreten, dass die berechtigten Interessen der Apotheker auch vom Bundesrat die notwendige Unterstützung und Zustimmung erhalten“, lautet der Appell des Gesundheitspolitikers an die Ministerin. Die Stärkung der Apotheken vor Ort sei immens wichtig. Der stellvertretende Vorsitzende des Landes-Apothekerverbandes, Pohlmann, sprach von „bereits auf Kante genähten Kalkulationen“ und der durch weitere Einbußen bedingten existentiellen Bedrohung.

Hieran knüpfte PTA Martina Stangier an: „Das für mich mit wichtigste Argument, und damit spreche ich wohl auch für meine Kolleginnen und Kollegen, ist der Erhalt des Arbeitsplatzes. Denn wir haben leider keine Lobby.“ – „Ich werde mich auch in Berlin weiterhin konsequent für die berechtigten und im Dienst der Gesundheit stehenden Belange der Apotheken vor Ort und für ein Versandhandelsverbot rezeptpflichtiger Medikamente einsetzen“, bekräftigte Erwin Rüddel.


Im Bild: Um die Chancengleichheit für Apotheken ging es beim Gesprächsaustausch von (v.li.) Senior-Apotheker Dietrich Alberts, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Landes-Apothekerverbandes Bernhard Pohlmann, Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach, Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel, PTA Martina Stangier und Apotheker Dieter Althof
(Foto: Reinhard Vanderfuhr / Büro Rüddel)

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