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06.09.2018, 16:10 Uhr
Organspende in Deutschland stärken
Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel befürwortet doppelte Widerspruchlösung
Berlin / Wahlkreis. – „In Deutschland besteht ein großer Mangel an Spenderorganen. Die im internationalen Vergleich ohnehin schon niedrigen Zahlen sind im vergangenen Jahr erneut rückläufig gewesen. Um das zu ändern, müssen wir sowohl die organisatorischen Abläufe in den Krankenhäusern verbessern als auch eine Debatte darüber führen, welches Verfahren für Organspender gelten soll“, erklärt aktuell der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.
Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag weist auf die Einigung im Koalitionsausschuss hin, die beinhaltet, die Prozesse bei der Organspende zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise eine bessere Identifikation potentieller Organspender, die Freistellung von Transplantationsbeauftragten in Krankenhäusern von Routinearbeiten und eine verbesserte Vergütung der Aufwendungen und Bereitstellungskosten der Entnahmekrankenhäuser. „Hier sind wir gerade dabei, das entsprechende Gesetz vorzubereiten und zügig umzusetzen“, so der Gesundheitspolitiker.

Darüber hinaus müsse diskutiert werden, ob die Zustimmungslösung noch der richtige Weg sei. „Ich selbst habe aus Überzeugung einen Organspenderausweis und kann mir beispielsweise eine ‚doppelte Widerspruchslösung‘ gut vorstellen. Dadurch käme grundsätzlich jeder Mensch als Organspender in Betracht, sofern der Organentnahme nicht ausdrücklich durch ihn selbst oder durch seine Angehörigen aktiv widersprochen wurde“, sagt Rüddel.

Die Angehörigen hätten hierbei den mutmaßlichen Willen des möglichen Organspenders zu beachten. Wenn jemand verstirbt, der zu Lebzeiten einer Organspende nicht widersprochen habe, müssten grundsätzlich die Angehörigen nach dem Hirntod des Organspenders der Organentnahme explizit zustimmen. Auf diese Weise wäre jeder gefordert, sich mit der Frage der Organspende auseinanderzusetzen und sich klar dafür oder dagegen auszusprechen.

„Das halte ich aufgrund der Bedeutung des Themas und der Folgen für diejenigen, die auf ein Organ warten, für zumutbar und ethisch gerechtfertigt. Nicht nur im Bundestag, sondern in der ganzen Gesellschaft muss diese Debatte geführt werden“,
bekräftigt Erwin Rüddel.

Dabei interessiert den Abgeordneten auch Ihre Meinung. Schreiben Sie, welche Form der Organspende Sie sich vorstellen können, unter:
erwin.rueddel.wk02@bundestag.de

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