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12.10.2018, 15:20 Uhr
Vorsitzender des Gesundheitsausschusses würde Methodenbewertung für eHealth-Apps begrüßen
Erwin Rüddel sieht großes Potenzial für Gesundheits-Apps
Berlin. - Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Erwin Rüddel MdB, sieht ein großes Potential für eHealth-Apps bei der Diagnose oder Therapie von Patienten. „80 Prozent der Patienten recherchieren vor dem Arztbesuch online. Ich möchte, dass der Patient - geführt von seinem Arzt - zuverlässige, qualitätsgeprüfte Apps nutzt und wir die digitale Welt nicht ‚Dr. Google‘ überlassen, sondern dass unser bewährtes, datengesichertes System die Oberhand behält", so Rüddel. Das vom Bund in der Vorbereitung befindliche „Nationale Gesundheitsportal“, das ähnliche Aufgaben übernehmen solle, bewertet Erwin Rüddel grundsätzlich als gut, sieht aber die Gefahr, dass sich die kommerziellen Apps deutlich schneller entwickeln als die Bundes-App.
„Man muss nicht alles neu erfinden. Was gut ist, kann dann auch schnell zum Nutzen der Patienten eingesetzt werden", zeigt sich Rüddel überzeugt. Dazu gehörten allerdings auch die Qualitätssicherung und die Möglichkeit zur Vergütung. Deshalb sei es notwendig, für digitale Medizinprodukte ein Bewertungsverfahren zu etablieren, das den besonderen Spezifika dieser Produkte entspricht, andererseits aber eine Überprüfung des diagnostischen und therapeutischen Nutzens, der medizinischen Notwendigkeit und der Wirtschaftlichkeit gewährleiste. „Mit diesem Schritt will ich erreichen, dass Gesundheits-Apps schneller in die Patientenversorgung kommen, dabei aber qualitäts- und evidenzbasiert sind."

„Meines Erachtens ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bestens dafür aufgestellt, um auch Apps einer Methodenbewertung zu unterziehen. Zum einem würde damit sichergestellt, dass sich die Anwender auf die Qualität und auf die Sicherheit der jeweiligen App verlassen können, andererseits machen wir dadurch auch den Weg frei für eine Erstattung durch die Krankenkassen."

Bislang sei eine Erstattung von Gesundheits-Apps durch die gesetzliche Krankenversicherung  beispielsweise im Rahmen vom Modellprojekten oder Selektivverträgen möglich. „Damit steht die App dann aber nur den Versicherten der jeweiligen Krankenkasse zur Verfügung. Mein Wunsch ist, dass Anwendungen, deren Nutzen erwiesen ist, in der Regelversorgung für jeden gesetzlich Versicherten zugänglich sind." Eine Markteinführung über Modellversuche sei aber nach wie vor wünschenswert.

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