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12.03.2019, 15:40 Uhr
Realismus statt Wolfsromantik
Erwin Rüddel: „Die Ängste und Sorgen der Menschen ernst nehmen“
Wahlkreis Neuwied/Altenkirchen. - „Nach CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner nimmt jetzt auch die SPD-Umweltministerin des Bundes das auch meinen Wahlkreis betreffende Thema ‚Wolf‘ ernst. Erst nach langem Drängen der Union hat sie Vorschläge zum Umgang mit Wölfen vorgelegt, wodurch ich mich in meiner Sorge bestätigt sehe“, erklärt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.
Bereits im vergangenen Jahr hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein Positionspapier „Wölfe in Deutschland – Sorgen ernst nehmen, Sicherheit schaffen, Bestände regulieren“ beschlossen. Nun endlich, so Rüddel, bewege sich auch das Bundesumweltministerium. „Es ist höchste Zeit, und das war längst überfällig. Gerade in ländlichen Regionen, wie dem Landkreis Altenkirchen und dem Kreis Neuwied, haben Menschen Angst um sich, ihre Kinder und ihre Tiere“, sagt der Abgeordnete.

Zunehmend gebe es Meldungen über Wolfsrisse. Die Zahl der durch Wölfe verletzten und getöteten Haus- und Nutztiere sei explodiert. „Für Bundesumweltministerin Schulze von der SPD war das bislang wohl ein Karnevalsgag. Schulze im Wolfspelz – das ist ein Schlag für die Betroffenen. Deshalb musste die Umweltministerin jetzt endlich handeln. Ihre Vorschläge reichen jedoch bei weitem nicht. Die Kritik von Julia Klöckner teile ich uneingeschränkt“, konstatiert Rüddel.

Es fehle das grundsätzliche Bekenntnis: Die Sicherheit von Menschen hat oberste Priorität. „Ein Pferd, ein Schaf, ein Hund haben den gleichen Schutz verdient wie ein Wolf“, betont der Christdemokrat. Märchen und romantisierende Betrachtungen seien fehl am Platz und würden nicht weiterhelfen. Rüddel: „Unsere Fraktion im Deutschen Bundestag fordert deshalb eine realistische Bewertung der Wolfsbestände in Deutschland und Europa. Das kann nicht national erfolgen, denn Wölfe kennen keine Ländergrenzen. Deshalb wollen wir natur- und artenschutzrechtliche Veränderungen.“

Auf europäischer Ebene müsse der Schutzstatus auf „geschützt“ herabgestuft werden. Die heute auf nationaler Ebene bereits bestehenden Spielräume seien zu nutzen. „Dafür ist das Bundesnaturschutzgesetz zu ändern – und zwar stärker als es das Bundesumweltministerium beabsichtigt. Kleine Änderungen mit Placebo-Effekt reichen da nicht“, konkretisiert der Parlamentarier.

Die Rückkehr des Wolfes sei durchaus ein Erfolg der Artenschutzpolitik. Dies aber habe Folgen für Menschen und Tiere. Statt Schönfärberei sei eine realistische Betrachtung dieser Folgen und entsprechendes politisches Handeln angesagt. Auch zukünftig wolle man Weidetierhaltung in Deutschland. Der Schutz der Tiere bedinge praxisgerechte Lösungen. Die Beweislast für Entschädigungen bei Nutz- und Haustierrissen sei umzukehren.

„Wo, wie auf den Deichen, kein technischer Schutz gegen Wölfe möglich ist, müssen auch Schutzjagden möglich sein. Wir brauchen lokale und regionale Bestandsmanagementpläne für den Wolf sowie wolfsfreie Regionen unter Einbeziehung unserer Weidetierhalter. Die Durchführung von Management- und Entnahmemaßnahmen sollte den Jagdausübungsberechtigten übertragen werden“, bekräftigt Erwin Rüddel.

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