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20.12.2019, 14:20 Uhr
Digitale Gesundheitsversorgung und Pflege interessierten Altenschutzbund „Solidar“
Erwin Rüddel berichtete über neue Gesetze und neue Möglichkeiten
Betzdorf. - „Digitale Gesundheitsversorgung ist das aktuelle Thema, mit dem sich der Deutsche Bundestag beschäftigt und in dessen Folge das ‚Digitale Versorgung Gesetz‘ beschlossen wurde, das Anfang 2020 in Kraft treten soll. Daraus werden sich für alle Beteiligten große Vorteile ergeben“, informierte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel Vorstandsmitglieder des Altenschutzbunds „Solidar“ in Betzdorf.
Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag wies auf das Ziel von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hin, in der Medizin die Digitalisierung voranzubringen. Hinblickend bestehender und perspektivisch zunehmender Herausforderungen wie einer alternden Gesellschaft, der Zunahme der Zahl chronisch Kranker, dem Fachkräftemangel sowie einer Unterversorgung in strukturschwachen Regionen müssten die Gesundheitsversorgung innovativer gedacht und entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden.

„Elektronische Gesundheitskarte, künstliche Intelligenz und leitliniengerechte optimale Therapie sind nur drei Beispiele, denn die Gesundheitsversorgung der Zukunft wird eine noch stärker datengetriebene Gesundheitsversorgung sein“, so Rüddel. Durch das DVG soll die Versorgung der Versicherten verbessert werden.

„Um das zu erreichen gilt es digitale Gesundheitsanwendungen zügig in die Versorgung zu bringen, mehr Leistungserbringer an die Telematik-Infrastruktur anzuschließen. Wir müssen die Anwendung von Telemedizin stärken, so durch Ausweitung von Telekonsilien und einer Vereinfachung der Durchführung von Videosprechstunden. Gleichzeitig müssen Verwaltungsprozesse durch Digitalisierung vereinfacht werden“, sagte der Gesundheitspolitiker.

Dementsprechend regelt das neue Gesetz den Anspruch Versicherter auf digitale Gesundheitsanwendungen, die Erweiterung der Telematik-Infrastruktur und die Stärkung der Telemedizin. Verwaltungsprozesse werden durch Digitalisierung vereinfacht und die Förderung digitaler Innovationen durch Krankenkassen wird ermöglicht.

Hinweisend zum elektronischen Rezept erwähnte der heimische Abgeordnete, dass dann der Arzt bzw. die Ärztin nach einer Online-Behandlung oder nach einem Arztbesuch das entsprechende Rezept digital an Patienten versenden kann. Daraufhin können die Patienten das Rezept online ihrer Apotheke zuleiten, die in der Folge das verordnete Medikament den Patienten nach Hause bringt. „Dadurch brauchen Patienten ihre Wohnung nicht zu verlassen“, konstatierte der Parlamentarier. 

Vieles werde im Gesundheitsbereich zukünftig über Apps erfolgen. Beispielgebend wurde die KI-gestützte Gesundheitsplattform „Ada“ genannt. Deren Ziel ist es, die Zukunft der personalisierten Gesundheitsversorgung für jeden Menschen zugänglich zu machen. „Das heißt Hilfe, damit die Menschen ihre Gesundheit besser verstehen und passende nächste Schritte für die richtige Behandlung finden. Gesundheitsportalen gehört die Zukunft. Deshalb gehört zur guten Versorgung, dass Patienten aller Altersgruppen die Chancen der Digitalisierung auch tatsächlich nutzen können“, verdeutlichte Erwin Rüddel.

Die Ausführungen des Gesundheitspolitikers veranlassten „Solidar“-Vorsitzenden Frank-Ulrich Kron zur Feststellung. „Da könnten wir uns auch neu orientieren und entsprechende Aufgaben übernehmen, beispielsweise freiwillige Beratungen.“ Gesundheits-Apps bildeten eine Möglichkeit der Angebotsintensivierung von „Solidar“. Hier gelte es zunächst abzuklopfen, wie Seniorinnen und Senioren auf Apps reagieren.

Der weitere Gesprächsverlauf widmete sich gezielt dem Thema „Pflege und Pflegeberufe“, mit der Gegenüberstellung von Kranken- und Altenpflege. Ein wesentlicher Unterschied sei: „Die einen pflegen, um gesund zu werden, die anderen begleiten bis zum Lebensende.“ Mit Blick auf Senioreneinrichtungen beschwor Solidar-Vorsitzender Kron: „Wir müssen Heime schaffen, um zu leben!“

„Und auch deshalb sollte bei der Auswahl von Pflegekräften gelten: Empathie statt Benotung“, bekräftigte Erwin Rüddel.


Im Bild: Digitale Gesundheitsversorgung und Pflege waren die Themen beim Gespräch von Ingrid Schuhen, Willi Grothe, Erwin Rüddel, Frank-Ulrich Kron und Heinz Ahnert 
(Foto: Reinhard Vanderfuhr / Büro Rüddel)

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