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16.02.2020, 08:25 Uhr
„Grenzenloser Wolfsschutz mag grüner Ideologie entsprechen – aber er führt in die Irre!“
Erwin Rüddel begrüßt verschärfte gesetzliche Regelungen
Berlin / Wahlkreis. - Der Bundesrat hat am letzten Freitag einem Gesetz zugestimmt, dass der Bundestag im Dezember 2019 beschlossen hatte. Es sieht vor, dass Wölfe nach Nutztierrissen in Zukunft leichter geschossen werden dürfen. Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel hat die Neuregelung nachdrücklich begrüßt und bei dieser Gelegenheit bekräftigt, dass er kein Anhänger einer „grünen Wolfsromantik“ ist. Wörtlich sagte Rüddel: „Wölfe, die zum Beispiel Schafe oder Ziegen getötet haben, werden dies immer wieder tun und müssen daher aus dem Bestand entnommen werden.“
Das neue Gesetz wurde von den federführend zuständigen Bundesministerinnen Julia Klöckner (CDU/Landwirtschaft) und Svenja Schulze (SPD/Umwelt) erarbeitet. Demnach können Wölfe künftig nach Angriffen auf Nutztiere leichter geschossen werden. Dies gilt, wenn sie „ernste Schäden" für Nutztierhalter verursachen. Bisher musste der betroffene Tierhalter in seiner Existenz bedroht sein, um eine Abschussgenehmigung zu erhalten. Das ist nun nicht mehr nötig. Das Naturschutzgesetz wurde entsprechend umformuliert, so dass es auch für Hobbytierhalter Gültigkeit besitzt.

Ferner sieht das Gesetz vor, dass bei wiederkehrenden Schäden „im engen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang" der Abschuss von Wölfen eines Rudels auch dann möglich ist, wenn sich die Vorkommnisse nicht eindeutig einem einzelnen Tier zuordnen lassen. Die Entnahme der Wölfe kann „bis zum Ausbleiben von Schäden" fortgesetzt werden.

Es bleibt jedoch dabei, dass jeder einzelne Abschuss genehmigt werden muss. Die Tiere bleiben in Deutschland im Einklang mit geltendem EU-Recht streng geschützt. Das Füttern und Anlocken von Wölfen ist in Zukunft ausdrücklich verboten.

Erwin Rüddel nannte das neue Gesetz „einen Schritt in die richtige Richtung“ und fügte hinzu: „Dass ich kein Anhänger der ‚Wolfsromantik‘ bin, sondern vor allem die Sorgen der Weidetierhalter, den Schutz der Weidetiere – und letztlich auch den Schutz der Menschen – im Auge habe, ist von mir wiederholt öffentlich erklärt worden. Ich habe kein Verständnis dafür, wenn die Zunahme der Wölfe unkritisch verklärt und bejubelt wird. Auch Weidetiere haben ein Recht auf Tierschutz. Schafe, Kälber, Ziegen, selbst Pferde sind konkret gefährdet.

Man solle jetzt abwarten, wie sich die gesetzlichen Änderungen in der Praxis bewährten, sagte der Bundestagsabgeordnete weiter. Was die konkreten Folgen in Rheinland-Pfalz angehe, so sei er aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit der „Wolfspolitik der Landesregierung“ allerdings skeptisch. Aber auch hier gelte es abzuwarten.

Nach Expertenmeinung ist Rüddel zufolge unstrittig, dass die Population der Wölfe ohne Eingriff des Menschen jährlich um 30 Prozent zunimmt. Der Populationsdruck würde deshalb ohne eine Regulierung so groß werden, „dass wir den Wolf in einigen Jahren wahrscheinlich selbst am Rande unserer Städte wahrnehmen würden“.

Im Übrigen sei er überzeugt, dass kein Zaun für unsere Nutztiere letztlich hoch und sicher genug sein könne, um sie vor dem Wolf zu schützen. Und selbst Pferde seien dadurch bedroht, dass sie in Panik aus ihren Koppeln ausbrechen und dann Menschen auf Straßen und Zugstrecken gefährden könnten.

Auch die wirtschaftlichen Schäden und die extrem hohen Kosten von Schutz- und Sicherungsmaßnahmen (deren Wirksamkeit nicht garantiert sei) sowie die Frage nach dem langfristigen Überleben der Betriebe mit Tierhaltung in ländlichen Regionen wie der unsrigen müsse eine verantwortliche Politik im Blick haben.

„Es ist nun einmal so, dass der Wolf in unserem dicht besiedelten Land und in unserer vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaft eine Gefahr für Mensch und Nutztier darstellt. Deshalb bleibe ich dabei: je näher er dem Lebensraum der Menschen kommt, desto mehr wird eine Regulierung des Bestands erforderlich“, bekräftigte der heimische Bundestagsabgeordnete.

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