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27.08.2020, 19:10 Uhr
OP-Masken Produktion bei Lohmann & Rauscher läuft auf Hochtouren
Neuwied. – Die Firma Lohmann & Rauscher (L&R) produziert seit Mitte August mit einer in nur drei Monaten entwickelten Maschine im Standort Feldkirchen (Stadt Neuwied) OP-Masken der Norm DIN EN 14683. Damit leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur größeren Unabhängigkeit Deutschlands vom Weltmarkt für OP-Masken. Am 26. August weihte Erwin Rüddel (CDU), MdB und Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags die Maschine offiziell ein.
Mitten in der Corona-Pandemie Anfang April wurde durch das Bundesgesundheitsministerium ein Los für die Produktion von OP-Masken vom Typ IIR Masken, unter der Bedingung einer lokalen Produktion, ausgeschrieben. Das in Neuwied-Feldkirchen ansässige Unternehmen L&R hat den Zuschlag am 15. April 2020 aus Berlin erhalten. In den folgenden drei Monaten erarbeitete ein rund 20-köpfiges Team alles Notwendige, um die Produktion zu starten. Bereits zum 15. August konnte fristgerecht die erste Lieferung von rund 230.000 Masken erfolgen. Bis Ende 2021 wird der Medizinprodukteanbieter wöchentlich 230.000 OP-Masken aus seinem Neuwieder Werk liefern, was eine Gesamtsumme von 16,8 Millionen Stück ergibt.

Erwin Rüddel bei der Einweihung: „Um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung - gerade auch im Notfall - zu stärken, ist es wichtig, die Produktion von Medizinprodukten und Arzneimitteln wieder stärker in Deutschland und Europa anzusiedeln. Ich freue mich umso mehr, dass mit der Masken-Produktion in meinem Wahlkreis die Region gestärkt wird und Arbeitsplätze geschaffen werden“, betonte der Politiker in seiner kurze Ansprache.

Die Produktion erfolgt im Zwei-Schicht-Betrieb. Pro Stunde können so rund 5.000 Masken hergestellt werden, hieß es beim Rundgang durch die Produktionsanlage. Tim Kröber, Standortleiter in Neuwied: „Das gesamte Projektteam hat überragende Arbeit geleistet, um die Produktion der OP-Masken hier am Standort Neuwied aufzubauen und damit in einer sehr herausfordernden Zeit die Gesundheitsvorsorge und damit die Infektionsprävention zu unterstützen. Das zeigt einmal mehr die Agilität der Organisationstruktur unseres Unternehmens.“ Die OP-Masken in Neuwied herzustellen, sei auch für die regionale Arbeitsplatzsicherheit ein sehr positiver Schritt“, erklärte Körber.

Standort Neuwied hat viele Vorteile

„Mit der Produktion qualitativer, normierter OP-Masken in Neuwied leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Pandemieprävention und können so flexibel und schnell auf die Marktanforderungen reagieren und unterstützen das Ziel der Politik bei der Versorgung mit Schutzmasken um unabhängiger vom Weltmarkt zu werden“, fasst Dr. Klemens Schulz, Chief Portfolio Officer L&R, den Entschluss für den Bau der Produktionsanlage in Neuwied zusammen.

„Mark Jalaß, Leiter der Division Vertrieb & Marketing Ambulanter Bereich & Handel Deutschland und Vorstandsmitglied im Bundesverband Medizintechnologie e.V fügt hinzu: „Der Zuschlag durch die Bundesregierung bestätigt unsere Leistungsfähigkeit und Produktqualität. Wir haben die Produktion in sehr kurzer Zeit aufgebaut, profitieren nun zudem von kürzeren Transportwegen und positionieren uns vor allem in der Corona-Zeit als zuverlässiger Service-Partner von Arzt, Praxis und Krankenhaus. Heimisch zu produzieren ist sowohl für die Gesundheitseinrichtungen als auch und nicht zuletzt für den Patienten ein Aspekt gesicherter Qualität und Versorgungssicherheit.“

Flächendeckend für ganz Deutschland

Vorgesehen sind die OP-Masken aus rheinland-pfälzischer Produktion, die unter dem Markennamen Sentinex Safety vertrieben werden, vor allem für die Nutzung in der Gesundheitsversorgung in Kliniken und Praxen in Deutschland. Das Bundesministerium für Gesundheit wird vorerst voraussichtlich einer der größten Abnehmer der OP-Masken sein, die im Anschluss an die Anwender verteilt werden, hieß es seitens der Verantwortlichen. Wöchentlich werden 230.000 OP-Masken BMG geliefert. Die Norm stellt Anforderungen an die bakterielle Filterleistung, die Druckdifferenz, den Druck des Spritzwiderstands und an die Widerstandsfähigkeit gegen Flüssigkeitsspritzer, wobei die in Neuwied produzierten Masken die höchste Performancestufe der Norm darstellen.

Dr. Klemens Schulz sieht eine gute Perspektive: „Wir erwarten, dass die Nachfrage nach OP-Masken und weiteren Medizinprodukten zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf einem hohen Level bleibt.“ Nach Lieferengpässen zu Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland reagierten die Bundesregierung, das Bundesgesundheits- und das Wirtschaftsministerium mit verschiedenen Maßnahmen, um die Versorgung mit Schutzausrüstung in der Corona-Pandemie durch eine innerdeutsche Produktion sicherzustellen.

Erwin Rüddel, MdB, dazu: „Wichtig ist mir insbesondere, dass die Produktion nicht nur kurzfristig in Deutschland stattfindet und dann wieder nach Fernost abwandert, sondern langfristig attraktiv bleibt. Dafür setzen wir die politischen Rahmenbedingungen."


Im Bild (v.l.n.r.): Mark Jalaß, Erwin Rüddel, Tim Kröber und Dr. Klemens Schulz.
Text und Foto: Eckhard Schwabe (nr-kurier.de)


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